Das Schloss von Coppet: Der Salon der Porträts

Hier sind die Familienporträts versammelt.

Jacques Necker

Porträt von Jacques Necker (1732 – 1804) Ölgemälde von Jean-Silfred Duplessis

Zuerst ein Gemälde von Herrn Necker, 1781 von Duplessis gemalt. Der etwas schwere, majestätische  Minister von Louis XVI trägt ein Samtgewand  in Aubergine. Derselbe Maler hat auch Frau Necker dargestellt.

Suzanne Curchod

Madame Necker, geborene Curchod (1737 – 1794) Ölgemälde von Jean-Silfred Duplessis

Tochter des Pastors von Crassier, einem in der Umgebung von Coppet gelegenem Dorf, ist Suzanne Curchod dem politischen und sozialen Aufstieg ihres Gatten gefolgt. Sie war recht schön, geistig gewandt und ein wenig pedantisch. In ihrem Salon in Paris traf sich Freitags die intellektuelle und soziale Elite. Sie trägt ein weisses Satinkleid dessen Bordüre mit kleinen Maschen verziert ist. Die gepuderten Haare sind hoch aufgetürmt und mit einer weissen Schleife geschmückt. Der leichte, weisse Schal betont die Schlichtheit des Korsetts.

Madame Necker wachte mit Sorgfalt über die Erziehung ihrer am 22. April 1766 geborenen Tochter Germaine. Um deren Geist zu fördern,  liess sie ihre Tochter an den geistreichen Konversationen in ihrem Salon teilnehmen.

Germaine Necker

Germaine Necker (1766 – 1817) im Alter von 14 Jahren Rötelzeichnung von Carmontelle

In dieser Rötelzeichnung von Carmontelle sehen wir ein Mädchen von 14 Jahren, aufgerichtet auf einem niederen Stuhl sitzend. Ihr Kleid ist voluminös und die Taille geschnürt. Auf ihrem Kopf thront eine sperrige Frisur. Das  Kind scheint an der Unterhaltung teilzuhaben.

Le baron de Staël-Holstein

Eric-Magnus Baron von Staël-Holstein (1749 – 1802), Botschafter des schwedischen Königs Gustav III in Versailles und Kammerherr der schwedischen Königin Sophie-Madeleine. Ölgemälde von Adolphe-Ulrich Wertmüller

Obwohl Herr von Staël nicht die Rolle eines idealen Ehegatten vertritt, ist er hier dargestellt. Wertmüller zeigt ihn im Alter von 33 Jahren. Er trägt ein schwarzes Samtgewand mit roter Gürtelschleife. Daran ist der Kammerschlüssel von der Königin von Schweden befestigt. Er ist schön, und man versteht dass es ihm gelang, die Damen des Hofes vor seiner Heirat zu verführen.

Auguste de Staël

Auguste de Staël (1790 – 1827), dargestellt vor dem Schloss von Coppet, Ölgemälde von François Gérard

Die Porträts zweier Kinder von Madame de Staël: Auguste ist in einen Mantel gehüllt, sich auf einen Felsen abstützend. Im Hintergrund erkennt man Coppet und der Himmel über dem See ist mit einem Gewitter überzogen. Eine durchaus romantische Komposition.
Linkerhand des Kamins hängt ein wunderschönes Gemälde von Albertine de Staël zusammen mit ihrer Mutter, ein Bild von Mme. Vigée-Lebrun

Albertine de Staël

Albertine de Staël, Herzogin von Broglie ( 1797 -1838) Die Tochter von Madame de Staël, Öl auf Holz von Ary Scheffer

Seine Schwester, die Herzogin von Broglie, ist nicht mehr das junge Mädchen wie wir es in Tiecks Büste gesehen haben. Ihr Gesicht ist schmaler geworden und ihr Ausdruck ist melancholisch. So hat sie zweilfellos Ary Schaeffer nach dem Tod ihrer Tochter Pauline 1832 angetroffen. Auf der kleinen Konsole zwischen den Fenstern steht ein charmantes Portrait von Louise de Broglie, Gräfin von Haussonville (1817-1882) und Enkelin von Mme de Staël, gemalt von Laure de Lesmenil.

Mme de Staël

Madame de Staël (1766 – 1817) Ölgemälde von François Gérard

Schlussendlich, in der Mitte der Wand thront die Herrin des Hauses. Ihre Züge wurden nach ihrem Tod im Jahr 1817 von Gérard, auf Wunsch ihrer Kinder, festgehalten. Sie ist mit ihrem berühmten Turban frisiert und darunter schauen ihre dunklen Locken hervor. Sie trägt ein hochtailliertes, braunes Kleid im Empire Stiel sowie einen schwarzen Kaschmirschal. In ihrer linken Hand hält sie ihrer Gewohnheit getreu ein Zweiglein. Sie scheint zu sprechen, wie damals, als sie mit ihrem brillianten Konversationstalent einen Kreis von Bewunderern in ihren Bann gezogen hat. Zweifellos entspricht sie, abgesehen von ihren leuchtenden Augen, nicht dem Schönheitsideal ihrer Zeit. Dazu aber der Kommentar einer ihrer Zeitgenossinen „Schön, hässlich? Ich weiss es nicht. Sie sprach, ich hörte ihr zu und mir scheint ich habe nur ihre Augen und ihren Mund gesehen .“

So lebendig wie damals scheint sie heute noch mit uns zu sprechen.

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©Les châteaux suisses. Die Schweizer Schlösser. The Swiss Castles