Châtagnéréaz : Der Name kommt von den zahlreichen Kastanienbäumen, die früher die Region beherrschten. Diejenigen von La Vissenche, in der Nähe von Tartegnin, waren nach den Chroniken die bekanntesten. Die Kastanie, ob geröstet, gekocht, oder reduziert mit Mehl war ein geschätztes Nahrungsmittel: sowohl als Brot, Kartoffel, Gemüse oder als Fleisch!
Wie in manchen anderen Waadtländischen Regionen wird hier die Rebe schon in 996 erwähnt. Ein anderes Datum, das in den Archiven vermerkt ist: 1177. Zu dieser Zeit gab Ludwig, Herr von Mont-le-Grand, den Mönchen der Abtei des Joux Sees, die Territorien von Châtagnéréaz. "Die Mönche waren damals Meister der Kunst der Urbarmachung, aber man muss auch sagen, dass die Herren zu dieser Zeit gerne den Kirchenleuten Spenden machen, um für sich eine Stelle in den Himmel zu reservieren. Doch waren die von der Abtei auch glücklich, einen Wein zu ernten, der ihre langweiligen Menüs aufbesserte!"
Mönche wären also ursprünglich die ersten Bewohner der Gebäude von Châtagnéréaz. Aber ihr Kloster, das schlecht verwaltet wurde, verliehen sie in 1324 für die Summe von 3000 Livres an Ludwig II von Savoyen, der das Gebiet in Pfand stellte. Später konnte der Abt Jean de Lutry die (seinerzeit beträchtliche) Summe nicht zurückzahlen und so ging Châtagnéréaz für die Abtei verloren und wurde das Eigentum der Viry, die Herren von Mont-le-Grand. Jedenfalls verliessen die Mönche ihr Kloster während der Reformation in 1536.
Die Südfassade des derzeitigen Gebäudes trägt auf einem Giebel das Datum 1697. War es das Konstruktionsdatum? Das Datum einer Renovierung? Ein Geheimnis. Man weiss jedoch, dass das Gebiet in den Händen der Diesbach im 18. Jahrhundert, dann in die Hände der Erlach, Vertreter Ihrer Exzellenzen ging. Man geht davon aus, dass es ab 1536 anderen Berner Familien gehörte. Kurz vor der Waadtländischen Revolution, am 3. März 1791, war es ein Genfer, Paul-Michel de Gallatin, der das Gebiet für 65.000 Franken kaufte. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde es von der Familie Frossard de Saugy erworben, die es ungefähr ein Jahrhundert lang behielt.
Und dann begann die moderne Periode de Châtagnéréaz. Im Jahre 1945, als die Gebäude grosse Reparaturen benötigten, fand die Familie Frossard de Saugy einen Partner, das Schenk-Haus von Rolle. Eine Gesellschaft "Schloss Châtagnéréaz AG" wurde gegründet, eine Gesellschaft, die in zwanzig Jahren völlig in die Hände des Weinhändlers überging.
Ausser den dringlichsten Renovierungen, die in den vierziger Jahren durchgeführt wurden, dauerte die Gesamtrestaurierung des Schlosses von 1959 bis 1984. Um besonders dem Gebäude sein ursprüngliches Aussehen wieder zu geben, riss man die abscheuliche Konstruktion aus Stahlbeton ab, die im 19. Jahrhundert vor der Südfassade aufgerichtet wurde. Die Galerie, die früher ebenfalls die Westfassade verzierte - wie eine Gravur aus 1877 zeigt wurde andererseits nicht wiederhergestellt.
Home | châteaux du canton | châteaux suisses
©Les châteaux suisses. Die Schweizer Schlösser. The Swiss Castles