Graubuenden - Les Grisons :
Schloss Belmont - Château Belmont

Belmont

Adrian Michael

Das Stammschloss der Freiherren von Belmont stand östlich der ehemaligen Walsersiedlung Fidaz bei Flims auf einem mächtigen Felsblocke in dunklem Tannenwalde. Gegen das Tal, sowie auf der Nord und Ostseite fällt der Felsen steil ab. Der Aufstieg auf den Burgfelsen erfolgte durch eine Rampe, die heute noch in zerfallenem Zustande dem gleichen Zwecke dient. Auf einer schmalen Terrasse am Nordhang ist noch eine runde Zisterne und einiges Gemäuer erkenntlich. Das Hauptgebäude stand an höchster Stelle des Felsen und war von den Vorbauten aus wohl nur mit Leitern erreichbar. Die ganze Anlage war sturmfrei erbaut. Dennoch scheint die Burg gewaltsam zerstört worden zu sein. Vielleicht geschah dies in der grossen Fehde, welche die Belmont 1352 mit den Werdenbergern hatten, in deren Verlauf Flims besetzt und Ilanz verbrannt wurde. Keine Urkunde berichtet jedoch über die Geschichte der Burg.

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Die Freiherren von Belmont erscheinen seit der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts in rätischen Urkunden. Bei Flims besassen sie eine kleine Herrschaft, die sich durch kluge Politik in der Folge bedeutend ausdehnte, so dass schliesslich auch Ems, Ilanz, Lugnez, Vals und Kästris den Belmont gehörten und das Geschlecht zu einem der mächtigsten des Landes sich entwickelte. Ihr bedeutendster Vertreter war Konrad, der von 1272-1282 auf dem Bischofsstuhle zu Chur sass. Mit Ulrich Walther starb die Familie am 11.Juli 1371 aus. Das reiche Erbe kam an die Freiherren von Montalt, welche den Erblasser jedoch nicht lange überlebten.

In den Jahren 1935/36 wurde die Ruine ausgegraben und vom Schutt vollständig befreit, wobei eine dreiteilige, rein romanische Anlage zum Vorschein kam, nämlich der Burghof mit der großen Brunnenanlage, der obere Felsen, der wahrscheinlich das Hauptgebäude der Herrschaft oder einen Bergfried (Hauptturm) trug und die tieferliegenden Wirtschaftsräumlichkeiten, Wohngebäude und Ställe. Neben mancherlei Fundgegen ständen an Keramik und Eisenteilen (Sporen, Lanzenspitzen) konnte festgestellt werden, dass einzelne Räume mit Freskomalereien ausgeschmückt waren. - Die Burg ist, entgegen obiger Meldung, nie gewaltsam zerstört worden, sondern gegen Ende des 14. Jahrhunderts verlassen worden und zerfiel allmählich.


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Adrian Michael

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