Graubuenden - Les Grisons :
Schloss Bärenburg - Château Bärenburg

Barenburg

Adrian Michael

Beim Hofe Bärenburg unweit des Dorfes Andeer stand auf einem felsigen Hügel das Schloss Bärenburg, das dem Hofe den Namen gab. Seine Lage war dermassen, dass von ihm aus das Tal völlig beherrscht wurde. Von diesem Punkte aus konnten Handel und Wandel lahmgelegt werden. Zur Bärenburg gehörten noch vier Höfe, die gemeinsam die Herrschaft Schams ausmachten. Eine alte Handschrift des bischöflichen Archives in Chur nennt Bischof Heinrich III. von Montfort (1251-1272) als Erbauer der Bärenburg. Diese war ein Lehen des Bistums Chur in den Händen der Freiherren von Vaz, welches nach deren Aussterben 1338 auf die Grafen von Werdenberg-Sargans überging. Auf der Bärenburg sass der werdenbergische Landvogt, welcher die hohe Gerichtsbarkeit über die Untertanen ausübte. Im Jahre 1390 war Heinrich von Fontana Kastellan oder Vogt zu Bärenburg. Als solcher siegelte er 1396 das Bündnis der Gotteshausleute von Chur mit den rätischen Untertanen des Grafen Hans von Werdenberg.

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Die Grafen von Werdenberg-Sargans gerieten in immer schlimmere finanzielle Verhältnisse. Viele Schulden drückten sie und ihr Besitz war durch Hypothekarlasten zu sehr belegt. Nur aus den Besitzungen im Schams konnte mehr herausgewirtschaftet werden, aber auch dort bezahlten die Untertanen die Abgaben nur ungenau und zudem noch ungern. Dies sollte anders werden. Die Werdenberger sandten den bei den Eidgenossen berüchtigten Hans von Rechberg als Verwalter ins Tal. Der "Schwarze Bund", den der Bischof von Chur und der Freiherr von Räzüns mit den Grafen von Werdenberg abgeschlossen hatten, ermöglichte es Rechberg, unter dem Deckmantel einer Jagdpartie mit Bewaffneten über den Kunkels und den Heinzenberg nach Schams zu ziehen und dort die Bärenburg zu besetzen. Nun sollten die Untertanen es wagen, die Abgaben zu verweigern! Rechberg hatte sich aber verrechnet. In Schams gab es viele freie Bauern, die den Unterdrückten beisprangen. Der Aufstand brach im ganzen Tale aus. Rechberg konnte sich nur mit Mühe durch die Flucht retten. Die Bärenburg wurde belagert und eingenommen; die Besatzung bis auf 16 Mann niedergemacht. Der Waffenlärm erdröhnte nun in vielen rätischen Tälern. Die Leute waren ob des "Schwarzen Bundes" empört, der den älteren Bünden zu Schaden gereichte. Von allen Seiten kamen Bewaffnete nach Schams und ins Domleschg. Die stolzen Burgen der Werdenberger wurden belagert, eingenommen und gebrochen. Mit fliegenden Fahnen gings bis nach Werdenberg, wo die Grafen in ihrem Stammschlosse belagert wurden. Eine andere Abteilung der Büdner legte sich vor das bischöfliche Schloss Altaspermont, das kapitulieren musste. Den Eidgenossen gelang es, den Frieden zu vermitteln. Alle zerstörten Burgen mit Ausnahme von Ortenstein sollten nicht wieder erstehen dürfen. Diese kriegerischen Ereignisse des Jahres 1451/52 heissen die Scham'serfehde. Bärenburg war und blieb Ruine. Heute ist von der alten Herrlichkeit nur wenig mehr zu sehen. Wenn wir von Hans von Rechberg absehen, war Parren von Patzen der letzte Vogt auf Bärenburg, der sich 1456 "gewesener Kastler uf Bärenburg" nennt. Den Grafen von Werdenberg war das Schams mit seinen ungehorsamen Untertanen gründlich verleidet. Im Jahre 1456 traten sie alle ihre Rechte an das Tal dem Bischof Leonhard von Chur ab, von dem sich die Leute dann befreiten.

Nach der Bärenburg nannte sich eine Ritterfamilie "von Bärenburg". Sie waren Dienstleute der Herren von Vaz und dann der Grafen von Werdenberg. In rätischen Urkunden treten sie oft auf. Im Jahre 1527 wurde bestimmt, dass die Edelknechte von Bärenburg das Land verlassen sollen.


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Adrian Michael

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