L'église fortifiée de Muttenz

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L'église fortifiée St. Arbogast fut édifiée au 11è siècle. Au début du 15è siècle, elle fut fortifiée par la famille Münch de Münchenstein.

Die reformierte Dorfkirche von Muttenz, 5 km südöstlich von Basel, war ursprünglich dem hl. Arbogast, dem ersten fränkischen Bischof von Strassburg geweiht und gehörte dem Domstift Strassburg. Aus diesem Grunde waren die im Winter 1972/73 unter Dr. J. Ewald durchgeführten archäologischen Bodenforschungen für die Geschichte der Kirche von grossem Interesse. Ihr Resultat ergibt kurz zusammengefasst folgendes Bild. Innerhalb der heutigen Kirche lagen die Fundamente eines ersten Baus, der aus einem längsrechteckigen Schiff und einem eingezogenen, annähernd quadratischen Chor bestand. Aufgrund des Patroziniums und der im Schiff zum Vorschein gekommenen frühmittelalterlichen Plattengräber könnte somit die erste Kirche aus dem 8.-9. Jahrhundert stammen. Etwa um 1000 erfuhr das Schiff eine geringfügige Verlängerung Richtung Westen. Vermutlich um 1100 entstand ein zweiter Bau, dessen Schiff breiter und länger war und dessen Chor ein grösseres Rechteck mit massiven Fundamenten umfasste. Die Möglichkeit, dass es sich dabei um einen Chorturm handelte, ist nicht ausgeschlossen. Nach der Mitte des 12. Jahrhunderts begann man mit dem Bau der zum Teil noch erhaltenen romanischen Kirche. Ihr rechteckiger Vorchor, die runde Apsis und der Nordturm scheinen vorerst an das vorhandene Schiff angebaut worden zu sein. Hierauf begann man mit dem Bau der Nordmauer des Schiffs mit einem Seiteneingang und kleinen rundbogigen Fenstern. Der Grabungsbefund lässt vermuten, dass dieses romanische Schiff mitsamt dem vorgesehenen Gewölbe aus unbekannten Gründen nicht vollendet worden ist und nur im Norden teilweise weitergeführt wurde. Der Bau der Chorpartie und die Wandmalereien mit einer Arbogastlegende könnten in Verbindung mit der Aufbewahrung einer Reliquie des Heiligen gebracht werden. Beim Erdbeben von Basel im Jahre 1356 wurden vermutlich die romanische Apsis und die Südmauer des Vorchors zerstört und das Gewölbe des Vorchors, der Chorbogen, der Turm und die Nordmauer des Schiffs teilweise beschädigt. Unter Konrad Münch-Löwenberg, dessen Allianzwappen im Schlussstein des Vorchorgewölbes eingehauen und auf die Gewölberippen gemalt ist, begann nach 1359 die Instandstellung und die Vollendung der Kirche. An die Stelle der Apsis trat ein Rechteckchor, bei dessen Erbauung auch Steine der abgebrochenen Apsis und der Südmauer des Vorchores als Spolien Verwendung fanden, denn der Vorchor erhielt damals ein grösseres Fenster. Der Bau des Schiffs wurde bis auf die Höhe von 1,5 m unter der heutigen Schiffsdecke in den bestehenden Ausmassen fortgesetzt und vollendet, wobei die Nord- und Südmauern des Schiffs je drei kleine Spitzbogenfenster erhielten. Im Jahre 1420 übernahm Hans Thüring Münch-Eptingen die Dorfherrschaft. Er liess einen neuen, grösseren Turm bauen, in dessen Nordwestecke das Allianzwappen Münch-Eptingen eingehauen ist. 1435 stiftete seine Mutter eine Glocke.

In jener kriegerischen Zeit entstand auch anstelle der bisherigen Kirchhofmauer eine bis sieben Meter hohe Ringmauer mit Zinnenkranz und Tortürmen im Norden und Süden, wovon der Nordtorturm das Münchwappen im Scheitel des spitzbogigen Eingangs zeigt. Diese Befestigungsanlage diente vermutlich anstelle der damals aufgegebenen Wartenbergburgen als Refugium für die Dorfbewohner in Kriegszeiten. Hans Thüring Münch stiftete ferner 1444 einen Marienaltar und eine Frühmesse dazu und liess um 1450 Schiff, Vorchor und Chor ausmalen. Als Folge der Verarmung der Münch ging die Kollatur der Kirche in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an den Chorherrn Peter zum Luft aus Basel. Dieser liess vermutlich das Beinhaus erbauen. Nach seinem Tode übernahm Arnold zum Luft, Dekan der Chorherren zu St. Peter in Basel, von 1474 bis 1517 die Kollatur. Unter diesem wurde das Schiff um 1,5 m erhöht und 1504 mit einer Holzdecke in Flachschnitzereien von Ulrich Bruder aus Basel abgeschlossen. Zugleich erhielt das Schiff je ein grosses Fenster auf der Nord- und Südseite. Ausserdem liess Arnold zum Luft 1507 das Schiff und den Vorchor mit einem neuen Wandbilderzyklus ausmalen, wobei die Arbogastlegende im Vorchor, der Auferstehungschristus im Schiff und die Wandbilder und Wappen im Chorgewölbe restauriert und in den neuen Zyklus einbezogen wurden. Das Wappen zum Luft im südlichen Chorbogenzwickel bestätigt den Auftraggeber. Wenig später, 1513, erhielt auch das Beinhaus eine geschnitzte Flachdecke und Wandbilder im Innern und Äussern.

Nach 1517 übernahm die Stadt Basel die Kollatur, worauf die Kirche bei der Einführung der Reformation um 1528 ihre Ausstattung verlor, die Wandbilder übertüncht, die Armreliquie des hl. Arbogast zerstört und die Kultgeräte verkauft wurden.

Da die Gemeinde bereits 1620 über Platzmangel klagte, kam es 1630 zu Veränderungen, auf welche die Deputatentafel von 1630 hinweist: Erhöhung des Turms um ein Geschoss, Abschluss mit Spitzhelm; Einsetzen von je zwei neuen Spitzbogenfenstern auf der Nord- und Südseite im Schiff und eines grösseren Südfensters im Vorchor, Erweiterung der Empore und Rollwerk- sowie Volutendekorationen durch den Basler Maler Georg Wannenwetsch. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss die Gemeindeversammlung den Abbruch der mittelalterlichen Befestigungsanlage, was jedoch durch das Eingreifen des Zürcher Kunsthistorikers J. R. Rahn verhindert werden konnte.

Eine umfangreiche Renovation in den Jahren 1880/81 förderte im Schiff und im Chor die Fragmente eines Wandbilderzyklus zutage. Da sein Zustand damals als nicht erhaltenswert erachtet wurde, hielt man ihn in Pausen und Aquarellen fest und vergipste die Wände wieder. 1884 restaurierte und übermalte Karl Jauslin das an der Westwand über der Empore zum Vorschein gekommene Jüngste Gericht und vermauerte das dortige Rundfenster. 1909 stiess man in der Sakristei auf die Fundamente des romanischen Turms und 1922 auf jene der Apsis. Die in den Jahren 1972-1974 durchgeführte Gesamtrestaurierung der ganzen Kirchenanlage erfolgte unter der Leitung von Architekt W. Arnold, Liestal, den eidgenössisehen Experten Dr. G. Loertscher und F. Lauber sowie dem kantonalen Denkmalpfleger Dr. H. R. Heyer. Die Restaurierung der Wandbilder leitete Dr. E. Weddigen in Zusammenarbeit mit den Restauratoren B. de Dardel und M. Stähli.

Die Restaurierung des Äussern umfasste die Erneuerung des Verputzes, der Dächer, Steinhauerarbeiten, Vorplätze, Wege und Stege bei Tortürmen, Ringmauer und Kirche. Ausserdem entfernte man die Orgel von 1923 samt deren Anbau und rekonstruierte das neue Chorfenster nach dem Vorbild des Südfensters im Vorchor. Im Schiff trat an Stelle der grossen Empore eine kleinere mit einer neuen Orgel von Neidhart & Lhôte aus Genf. Man schloss die beiden neugotischen Seitengänge und öffnete den romanischen Südeingang. Ferner mauerte man die seitlichen Ochsenaugen zu und erneuerte die Vorhalle im Westen. Sämtliche Wände und Decken oder Gewölbe wurden untersucht und die auf verschiedenen Schichten zum Vorschein gekommenen Wandbilder freigelegt und konserviert. Erneuert wurden: die Stühle im Chor, die Bänke im Schiff, die Fensterverglasung und die Beleuchtung.

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